Landtagsabgeordneter Lenders besuchte Caritas-Werkstatt


 4. September 2018

Rundgang und Meinungsaustausch mit Caritas-Vorstand und Werkstattleitung 

Fulda (cif). Gemeinsam mit Einrichtungsleiterin Melanie Odenwald empfingen kürzlich Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Vorstandsmitglied Ansgar Erb den Abgeordneten des hessischen Landtags, Jürgen Lenders, der sich zu einem Werkstattrundgang in der Caritas-Einrichtung an der St.-Vinzenz-Straße angekündigt hatte. Dabei wollte sich der Landespolitiker einen Eindruck davon machen, wie die Werkstatt, in der rund 240 Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung tätig sind, nach der Corona-bedingten Schließung nun wieder aufgestellt ist, und wie dabei die nötigen Schutzmaßnahmen für Mitarbeitende und Betreuungsteam umgesetzt werden.

Auf der Bank vor dem Laden (v. li): Verkäufer Peter Idel, Gesamtleiter Werkstätten Bernd Wystrach, Verkäuferin Andrea Weissenborn, Werkstattleiter Haselstein Michael Wehner und Michael Haag, zuständig bei „Caritas-Berufswege“ für berufliche Integration, gehörten von Anfang an zum Team.

„Die Arbeit in den Caritas-Werkstätten ist für die Menschen mit Behinderung ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags“, betonte Caritasdirektor Juch nach der Begrüßung des Politikers. „Das Ende der Werkstatt-Schließung nach dem Shutdown war für die Betroffenen entsprechend eine große Freude. Aber natürlich mussten wir zum Schutz der Menschen mit Handicap viele Arbeitsabläufe verändern und auch den zwischenmenschlichen Umgang hier in vieler Hinsicht anpassen.“

Was das im Einzelnen bedeutet, erfuhr Jürgen Lenders durch Einrichtungsleiterin Odenwald beim Rundgang zu den verschiedenen Arbeitsgruppen – etwa der Näherei, der Verpackung und Montage oder der Schlosserei. So werden die Mitarbeitenden jetzt weiter voneinander entfernt platziert, um den notwendigen Mindestabstand einzuhalten. Die Arbeitsschritte werden nun so verteilt, dass Produkte nicht mehr so oft – im wahrsten Sinne des Wortes – von Hand zu Hand gehen müssen. „Dabei wollen wir natürlich die gute Gemeinschaft unserer Werkstattmitarbeiterinnen und -mitarbeiter nicht unterbinden“, betont Melanie Odenwald. „Die Werkstatt ist für alle, die hier tätig sind, auch ein wichtiger Ort, wo viele soziale Kontakte und Freundschaften gepflegt werden. Darauf soll natürlich niemand verzichten müssen.“        

Ein aktuelles Problem der Werkstätten, so erfuhr es der Landtagsabgeordnete beim weiteren Rundgang, sei die derzeitige Auftragslage durch die regionale Wirtschaft, die Corona-bedingt recht niedrig ist. Lenders zeigte sich dabei optimistisch, dass die Caritas-Werkstätten für diese Krisensituation aber gut aufgestellt seien: „Die aufgebauten hervorragenden Strukturen werden helfen, diese kritische Zeit zu überstehen. Aber klar ist auch, dass sich die Wirtschaft bald wieder erholen muss, damit auch die Aufträge zurückkommen.”

Dies ist umso wichtiger, da durch die Teilhabe von Menschen mit Handicap an der Arbeit deren Selbstbewusstsein und Autonomie wächst. Nicht selten, so berichtete es Vorstandsmitglied Erb, gelinge es Mitarbeitern der Caritas-Werkstätten sogar, entsprechend begleitet Fuß im normalen Arbeitsmarkt zu fassen. 

Zum Abschluss des Rundgangs zog man allerseits ein positives Resümee bezüglich des Werkstattbesuches und des Meinungsaustausches, der bei passender Gelegenheit fortgesetzt werden soll. Caritasdirektor Juch: „Wir freuen uns immer über Besuche und Gesprächsangebote seitens der Politik. Dies gibt uns die Gelegenheit, unsere Arbeit und unsere Themen vorzustellen und womöglich auch sozialpolitische Impulse zu geben, die für die politischen Entscheider womöglich hilfreich sind.“